Stichwortsuche


Bewerbungs-ABC

Graphologisches Gutachten

Zwischenzeitlich sind Forderungen nach Handschriftenproben zwar sehr selten geworden, aber man trifft Sie vereinzelt trotzdem noch an.

Graphologie ist ein im Alltag gebräuchlicher Begriff. Bei diese Art der "Schriftpsychologie" handelt es sich um ein diagnostisches Verfahren, in dem anhand vielfältiger Hinweise auf Fähigkeiten und Eigenschaften der schreibenden Person geschlossen werden kann.

Bei der Analyse meist verlangen Unternehmen vom Bewerber einen handgeschriebenen Lebenslauf. Es stehen nicht in erster Linie Formen von einzelnen Buchstaben im Vordergrund. Sondern vielmehr andere Merkmale, beispielsweise, wie die Verhältnisse der einzelnen Schriftelemente (Größe, Weite, Schriftausdehnung nach oben und unten etc.) zueinander sind. In jedem Fall wird behauptet, dass diese Indikatoren beim Schreiben nicht bewusst veränderbar sind.

Meist werden die persönlichen Fähigkeiten des Schreibers/Bewerbers verglichen mit einer Reihe von Fragen oder Anforderungen, die von Arbeitgeberseite formuliert werden. Es ist sicher für jeden verständlich, dass ein Buchhalter andere Anforderungen erfüllen muss als ein Verkaufsmitarbeiter.

Aus einer Handschrift kann vieles, jedoch längst nicht alles über eine Person gesagt werden. Möglich sind im Wesentlichen jedoch Angaben über:

  • Einstellung zur sozialen Umwelt (z.B. eher introvertiert, eher extrovertiert...)
  • Denkweise (z.B. eher abstrakt, eher systematisch, eher situationsbezogen...)
  • Fähigkeiten & Neigungen (z.B. eher praktisch, eher theoretisch, eher sprachlich, eher mathematisch...)
  • Kontaktverhalten
  • Arbeitsweise
  • besondere Stärken (z.B. Sinn für Details, guten Überblick, Entschlussfreude...)

Wichtig ist, dass diese Angaben nicht vollständig sind, sondern lediglich Anhaltspunkte geben. Es ist hingegen auch nicht möglich, anhand von Schriften Prognosen zu stellen, die Krankheiten oder evtl. kriminelle Tendenzen betreffen.

Zudem muss ausreichend Material vorliegen; anhand einer Unterschrift, einer Postkarte oder einer Telefonnotiz allein können keine seriösen Aussagen getroffen werden.