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Trinkgelder

Im Hotel- und Gaststättengewerbe sind Trinkgelder Zahlungen, die vom Gast freiwillig und ohne rechtliche Verpflichtung dem Arbeitnehmer zusätzlich zu einer dem Hotelier oder Gastwirt geschuldeten Zahlung gegeben werden. Seit 2002 sind Trinkgelder nach § 3 Nr. 51 Einkommenssteuergesetz steuerfrei.

Trinkgelder gehören ohne besondere arbeitsvertragliche Vereinbarung nicht zum Arbeitsentgelt; sie sind bei Entgeltfortzahlungsansprüchen nicht zu berücksichtigen (BAG, Urteil v. 28. 6. 1995, 7 AZR 1001/94). Der Anspruch auf das Trinkgeld kann beim Wirt nicht gepfändet werden. Werden dagegen Bedienungsgelder als Aufschlag auf die Preise erhoben, so steht der Anspruch darauf dem Wirt zu, der ihn durch den Kellner lediglich einziehen lässt; über das Bedienungsgeld hinausgehende Trinkgelder verbleiben dem Kellner. Das Urlaubsentgelt richtet sich auch nach den Bedienungsprozenten, nicht nur nach dem Garantielohn. Bei sog. Tronc-Systemen, die meist in Spielcasinos zum Einsatz kommen, werden die "Trinkgelder" in einem Behälter (Tronc) gesammelt. Aus diesem Tronc erhalten die Mitarbeiter einen nach einem bestimmten Verteilungsschlüssel bestimmten Anteil (vgl. BAG, Urteil vom 6.11.2002, 5 AZR 487/01).