Klein aber fein: So klappt es mit dem eigenen B&B

Die zwei Buchstaben B&B sind im Bereich Hotellerie, Gastronomie und Touristik längst eine feste Größe geworden. Sie stehen – als Abkürzung für Bed & Breakfast – für eine spezielle Form der Unterkunft, die europaweit besonders viele Anhänger findet. Was sich im Detail dahinter verbirgt und was als Grundausstattung nötig ist, um mit einem eigenen B&B durchzustarten, verrät dieser Beitrag.

Das macht ein B&B so besonders

In der wortwörtlichen Übersetzung steckt hinter den beiden Buchstaben die Kombination aus einem Bett und einem Frühstück. Das ist also das, was sich die Urlauber wünschen: einen Ort zum Schlafen und ein Frühstück. Richtig, diese Kombination gibt es auch in der Preisliste vieler Hotels zu finden, dennoch ist ein B&B weit entfernt vom Hotelflair. Ein B&B ist deutlich privater. Das Zimmer befindet sich nicht selten in einem privaten Gebäude und auch die Sanitäranlagen müssen nicht zwingend exklusiv zu einem Zimmer gehören, sondern können auch zur gemeinschaftlichen Nutzung zur Verfügung stehen.

Und genau dieser Punkt macht ein B&B auch zum beliebten Startpunkt in die Hotellerie-Branche. Wer sich gut vorstellen kann, Übernachtungsgäste zu beherbergen, ihnen ihr Zimmer herzurichten und ihnen Frühstück zuzubereiten, der bringt bereits die richtige Haltung mit, um als Betreiber eines B&Bs Karriere zu machen. In aller Regel ist das Raumangebot in einem B&B überschaubar, was den Vorteil bietet, langsam in die Hotellerie hineinwachsen zu können, ohne direkt Hunderte von Zimmern herrichten und Hunderte von Gästen bedienen zu müssen. Das wäre dann der Fall, wenn direkt der Traum vom eigenen Hotel in die Tat umgesetzt werden soll.

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Betreiber eines B&Bs sparen sich meist Angestellte. Sie fungieren als Vermieter und Gastgeber in Personalunion und decken damit alle Teilleistungen ab, für die in einem großen Hotel verschiedene Abteilungen zuständig sind: Rezeptionist, Zimmermädchen, Frühstücksdame, …. All diese Funktionen deckt der Inhaber eines B&Bs selbst ab und lernt gerade durch diese Tatsache auch den kompletten Bereich des Hotellerie-Lebens kennen.

Das ist für die Eröffnung eines B&Bs nötig

Es gibt einige, wenige grundlegende Dinge, die nötig sind, um ein B&B eröffnen zu können:

1.)    Das Platzangebot.

Wer sich selbst als B&B-Inhaber sehen möchte, der braucht Platz. Platz für die Übernachtungsgäste und Platz, um ihnen ein Frühstück servieren zu können. Praktisch und wirtschaftlich interessant ist die Einrichtung eines B&Bs in einem Mehrfamilienhaus im Eigenbesitz. So können die langfristig oder nur vorübergehend ungenutzten Räumlichkeiten sinnvoll genutzt werden – inkl. ein paar Groschen Verdienst on top. Auch ein leerstehendes Gebäude könnte um-genutzt werden. Wer keinen Platz hat, um einen Frühstücksraum einzurichten, der kann den Breakfast-Part auch einfach auf dem Zimmer servieren. Das ist allerdings nur möglich, wenn dort ausreichend Platz sowie Tisch und Stuhl vorhanden sind, um das Tablett mit Frühstück auch platzieren zu können.

2.)    Das Kaufmännische.

Wer Bed & Breakfast anbietet, der verdient damit Geld. Daher ist es auch nötig, sich um grundlegende steuerrechtliche Dinge zu kümmern. Und das bedeutet: Die Einrichtung eines Geschäftskontos, über das die Finanzen des B&B laufen, ist ein guter Tipp, der in jedem Fall beherzigt werden sollte. Ein Geschäftskonto Vergleich, der online durchgeführt werden kann, hilft dabei das passende Kontenmodell zu finden. Steuerrechtlich sind diese Faktoren zu beachten:

  • Einkommens- und Umsatzsteuer. Die Einnahmen aus der B&B-Vermietung müssen in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden. Übersteigen die Einkünfte die Grenze von 17.500 Euro im Jahr, fällt der B&B-Betreiber unter die Umsatzsteuerpflicht.
  • Gewerbegründung und Gewerbesteuer. Grundsätzlich ist die Anmeldung eines Gewerbebetriebs nötig, um Bed & Breakfast überhaupt offerieren zu dürfen. Ab einem Verdienst von 24.500 Euro im Jahr fällt die sogenannte Gewerbesteuer an.

3.)    Der Service.

Auch wenn es verlockend simpel klingt, ein B&B zu eröffnen, so ist die Idee längst nicht mehr neu. Entsprechend groß ist mittlerweile die Konkurrenz geworden. Konkurrenz muss dabei nicht unbedingt abschreckend sein, sondern wirkt im besten Fall motivierend, als B&B-Betreiber ein Alleinstellungsmerkmal herauszuarbeiten. Doch was könnte das sein? Hier sind der eigenen Kreativität kaum Grenzen geboten.

Ein Alleinstellungsmerkmal könnte beispielsweise die Lage und das Angebot des B&Bs sein. Wer seinen Gästen anbietet, in einem alten Heustadel zu übernachten und morgens ein frisch zubereitetes Bauernfrühstück serviert, arbeitet damit einen bestimmten Charakter heraus. Sicherlich werden hier keine Geschäftsleute zu Besuch kommen, wohl aber Menschen, die sich bewusst für eine naturnahe Atmosphäre entschieden haben. Wer eine besondere Form der Unterkunft bietet, muss dies in Worten und Bildern zum Ausdruck bringen, um auch das passende Klientel zur Buchung zu motivieren.

Auch kann es eine pfiffige Idee sein, als B&B-Betreiber eine kleine Stadtführung on top anzubieten. So profitiert der Gast nicht nur von einer Unterkunft mit privatem Flair, sondern bekommt kulturell, historisch oder kulinarisch Interessantes aus der Stadt des B&Bs direkt on top. Vor allem in Großstädten suchen immer mehr Besucher nach individuell gehaltenen Städtetouren, bei denen kleine, feine Details zählen, anstatt die Sehenswürdigkeiten, die auch in jedem Buch nachzulesen sind.


Beitrag von Judith Bock

Judith Bock