Sauberkeit in der Hotellerie – wie Hotels Gäste nachhaltig beeindrucken können

Gäste beurteilen Hotels anhand zahlreicher Kriterien. Sie können unterschiedlich sein, dennoch gibt es einen Punkt, der von keinem Gast missachtet wird: die Sauberkeit. Freilich ist es so, dass jedes Hotel sauber sein sollte und dass der Gast nicht die Hinterlassenschaften des Vorbewohners im Bett oder Bad wiederfindet. Doch ist diese Form der Sauberkeit nicht weit genug gedacht. Es gibt tatsächlich weitere reinliche Aspekte, die Gästen nicht nur positiv auffallen, sondern für lange Zeit in Erinnerung bleiben. Dieser Artikel schaut sich einmal an, was sich hinter diesen Faktoren verbirgt.

Einer der wichtigsten Faktoren, saubere Fenster

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Nicht selten vergessen auch hochklassige Hotels, dass es nicht ausreicht, gläserne Aufzüge und die Fenster im Eingangsbereich zu putzen, sondern dass auch die Zimmerfenster regelmäßig gereinigt werden müssen, denn kein Bereich in einem Hotel sticht einem Gast so ins Auge wie die Fenster. Alle Fenster richtig sauber zu halten, ist natürlich eine enorm große Aufgabe und lässt sich nicht mal eben vom Reinigungspersonal miterledigen. Trotzdem ist es nicht unbedingt notwendig, eine Fachfirma zu beauftragen, denn mit ein wenig Übung geht das Fensterputzen fix:

  • Abzieher und Co. – für Fenster gibt es allerhand Hilfsmittel, die auch von Fachfirmen genutzt werden. Fensterwischer mit einem zusätzlichen Abzieher sind eine perfekte Möglichkeit, auch größere Flächen schnell zu säubern.
  • Zeitungspapier – Zeitungspapier ist das Mittel, um Streifen auf Glasscheiben vorzubeugen. Beim Wischen sollte besonders die Scheibe zum Rand hin abgeputzt werden, denn hier laufen gerne mal Rinnsale hinab, die im Sonnenlicht besonders unschön wirken.
  • Fenstersauger – wischen und trocknen in einem Zug? Das bieten Fenstersauger. Auch bei ihnen ist ein wenig Übung gefragt, doch erleichtern sie die sorgfältige Reinigung von Fensterscheiben gewaltig. In einem Fenstersauger-Test kann ein Hotelier erfahren, welche Geräte besonders für das eigene Haus geeignet sind.

Einfaches Putzen reicht nicht

Gerade bei jungen Hotelbetreibern stellen sich oft die Fragen nach der perfekten Sauberkeit – und wie diese überhaupt auszusehen hat. Fakt ist, dass das bloße Reinigen des Zimmers, der Flure oder auch der Lobby nicht ausreichen, um den Gast zufriedenzustellen. Hier müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden, jedoch sollten generell die Bereiche voneinander getrennt werden:

  • Lobby/Wellnessbereiche/Flure – sämtliche Bereiche, in denen sich die verschiedensten Gäste und Besucher aufhalten, müssen auf Hochglanz sein. Hier reicht es nicht, mal schnell zu saugen oder den Boden zu wischen. Je nach Bodenbelag sollte er besonders gepflegt sein, damit er glänzt. In den Herbst- und Wintermonaten schadet es übrigens nicht, mit Schmutzfangteppichen im Eingangsbereich zu arbeiten. Aber: Diese müssen täglich möglichst mehrfach gereinigt werden. Es wirkt auf keinen Gast einladend, wenn sich hier Blätter, Rollsplitt oder Schmutz sammeln. Die Wellnessbereiche müssen zusätzlich zwischendurch desinfiziert werden.
  • Speisesäle – dort, wo Essen ausgegeben wird, muss eine besondere Sauberkeit herrschen. Das kennt jeder von sich. In einem Imbiss, in dem der Boden oder die Tische einfach speckig sind, mag niemand essen. Die Tische müssen nach jedem Gast feucht abgewischt und wiederhergerichtet werden. Auch Stühle und Bänke sollten kurz abgewischt werden, denn Krümel auf der Sitzfläche sind nicht schön.
  • Zimmer – hier sollen sich Gäste wohlfühlen und gut schlafen. Das geht nur, wenn das Zimmer zum Wohlfühlen einlädt. Hinterlassenschaften auf den Möbeln oder im Bad fördern eher das Unbehagen.

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Bei Hotelzimmern gelten etwas andere Regeln. Auch hier genügt nicht das Putzen, wie es jeder von zu Hause kennt. Das kann nicht funktionieren, denn im eigenen Heim bewegen sich nur wenige Menschen, im Hotelzimmer schlafen aber teils jeden Tag andere Personen. Daher gilt:

  • Gründlichkeit – auch unter den Betten, Stühlen, Bänken muss gesaugt und gewischt werden. Es ist absolut ekelhaft, wenn dem Gast etwas herunterfällt, er es unter dem Bett hervorholt und in Haare und Staub greift.
  • Teppichböden – liegen in den Zimmern noch Teppichböden, müssen sie nicht nur täglich gesaugt, sondern regelmäßig gereinigt werden. Anderenfalls wirken sie schnell speckig. Besser ist es, die Teppiche gegen Laminat oder gutes Linoleum zu ersetzen.
  • Betten – auf jede Matratze gehört ein guter Matratzenschutz, der Hausstaubmilben fernhält. Dieser muss übrigens regelmäßig gereinigt oder getauscht werden. Bettzeug und Laken müssen absolut rein sein.
  • Badezimmer – hier kommt es nicht nur auf die äußere Reinlichkeit an. Gewiss dürfen sich in der Toilette, Dusche und im Waschbecken keine Schmutz- und Wasserflecken finden lassen, doch auch die Armaturen müssen rein sein. Und, etwas das gerne vergessen wird: Der Stöpsel im Waschbecken muss gesäubert werden. Zahnpasta und Haare wirken auf jeden Gast abschreckend.

Raumpflege ist wichtig

Es kommt in keinem Hotel ausschließlich auf die Grundreinigung an. Oftmals finden Gäste ein traumhaft geputztes Zimmer vor und doch fühlen sie sich unwohl. Warum? Weil die Kleinigkeiten nicht stimmen:

  • Gardinen/Vorhänge – weiße Gardinen müssen weiß sein. Aber auch farbige Gardinen und Vorhänge müssen häufig überprüft und gereinigt werden, damit sich in ihnen nicht der Staub fängt oder sie zu muffeln beginnen.
  • Abgeschlagene Kanten – in jedem Hotel gibt es Ecken und Kanten, die offenbar ständig im Weg sind. Der Gast bleibt mit dem Koffer daran hängen, das Personal schabt mit dem Wagen zu dicht an der Wand vorbei. Hotelbetreiber sollten solche Kleinschäden unbedingt regelmäßig beheben und die gefährdeten Stellen mit Kantenschutz schützen.
  • Tapeten – auch Tapeten sind ein Aspekt, der Gästen indirekt negativ auffallen kann. Sieht der Wandbeschlag nicht mehr frisch aus oder zeichnen sich hinter dem schief hängenden Bild massive Verfärbungen ab, muss renoviert werden. Aber auch kleinere Schäden sollten stets behoben werden: Die sich lösende Tapete über der Badezimmertür beispielsweise.
  • Handläufe/Klinken – sie werden gerne beim Putzen übersehen. Wichtig ist hier nicht allein die Sauberkeit, sondern die Sicherheit. Wackelt der Handlauf an der Treppe oder hat sich die Legierung an der Türklinke gelöst, können sich Gäste verletzen.

Fazit – Sauberkeit mit fremden Augen sehen

Hoteliers müssen dazu übergehen, die Sauberkeit aus der Sicht des Gastes zu sehen. Denn viele Punkte, die Gäste bei sich selbst zu Hause oder im Freundeskreis überhaupt nicht stören würden, hinterlassen beim Hotelbesuch einen schlechten Eindruck. Die zufriedensten Gäste sind die, die weder Mängel finden, noch irgendwelche – selbst unbewussten – Beanstandungen haben. Und da kann es schon genügen, dass kein Krümel auf dem Frühstückstisch liegt.


Beitrag von Niklas Bauer

Niklas Bauer